Far Far away

So

21

Jun

2009

Gar nicht mal sooooo teuer

5 Minuten Internet – fast 1 Euro. Tsss, da lach ich doch. Ansonsten geht’s von der Preislage her. Im japanischen Fastfood Restaurant bekommt man für ca. 5 Euro eine Mizo Suppe (aus dem Automaten, schmeckt aber auch nicht viel anders als die handzubereiteten), unendlich viel Wasser, eine große Schale Reise, scharfen eingelegten Kohl, ein bisschen Salat und Rindergeschnetzeltes. Und im bookya Store kann man gebrauchte Bücher, CDs und DVDs kaufen, die aber fast unbenutzt aussehen. Ab 100 Yen, also weniger als 1 Euro. Eine Nacht in der Jugendherberge kostet mich 3600 Yen (30 Euro, bei einem Kurs von 120 Yen für 1 Euro), was angesichts der winzigen 8qm und geteiltem Bad/Toilette viel erscheint, aber für Tokio günstig ist. Außerdem liegt es im Yoyogi Park, also in Shibuyaaaa, quasi dem Zentrum der Stadt. Eine Fahrt mit der JR Line kostet zwischen 120 und 160 Yen, also weniger als in Hamburg. Wenn man sich ein bisschen umschaut bekommt man einiges sehr günstig, z.B. einen Adapter für 128 Yen und Kopfhörer für den Mp3Player für 9 Euro. Sehr empfehlenswert sind die 100 Yen Shops. Das Equivalent zu unseren 1 Euro Läden, aber wesentlich besser ausgestattet und nicht nur vollgestopft mit Kerzen und sinnlosem Dekokram. In einem 100 Yen Shop gibt es alles – Teller, Tassen, Gläser, Süßigkeiten, Getränke, Stifte, Kopfhörer, Nagelknipser, sämtlicher Hygienebedarf, Kalender, Schwämme, Socken, Taschen, Kuscheltiere, Besteck... Nur Wärmflaschen haben wir noch nicht gefunden. Womit wir bei Röcken angekommen wären: Aus vertraulicher Quelle habe ich die Information, dass die japanischen Schulmädchen das ganze Jahr über einen Rock tragen müssen. In Japan gibt es ja Schuluniformen und für die Mädels waren offensichtlich keine Hosen mehr übrig. Ich würde meine Tochter bei den Temperaturen so nicht aus dem Haus lassen, aber gut.

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So

21

Jun

2009

Naivität - Ich hab sie

Und ein bisschen Dämlichkeit. Zusammen eine ungesunde Mischung. Vor allen Dingen, wenn man in einer Stadt wie Tokio sein Hostel finden will, ahem. Erst mal hab ich meine eigenen Notizen nicht richtig gelesen, bin also an einer Station ausgestiegen und raus aus dem Bahnhof, anstatt umzusteigen und die nächste Bahn nach Sangubashi zu nehmen. Bis mir die netten Herren vom McDonalds dann vorgelesen haben, was auf meinem Notizzettel stand. War mir nur ein bisschen peinlich. Also weiter nach Sangubashi. Echt jetzt? Nöö, dachte ich mir, nehm ich doch mal die falsche Bahn und fahr dann wieder zurück, macht viel mehr Spass. Hab ich dann auch getan. War super. Nach 3 Stunden Aufenthalt in japanischen Schienenfahrzeugen und mit einem 16kg schweren Rucksack auf dem Rücken, dazu noch meine Laptoptasche und ein kleinerer Rucksack – es war fast wie Wellness Urlaub. Letztendlich doch in Sangubashi angekommen. Und wie weiter? Hatte ich wirklich angenommen, dass ich aus dem Bahnhof komme und direkt vor mir die Jugendherberge ist? Offensichtlich, denn ich hatte mir keine Karte ausgedruckt. Also weiter durchfragen, die Adresse vom Yoyogi Youth Hostel hatte ich klugerweise auch nicht notiert, nur die Telefonnummer. Zwei Frauen aus einem Coffeeshop haben mir dann weiter geholfen und Hallelujah, nach weiteren 20 Minuten war ich endlich da! Zum Glück eine halbe Stunde, bevor die Rezeption geschlossen hat. Das Glück der Doofen, nennt man sowas wohl.

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So

21

Jun

2009

Auch hier wachsen die Bäume aus dem Boden...

...und nicht aus dem Himmel. Wollte ich nur mal gesagt haben. Ansonsten ist natürlich alles anders. Fast. Kaum aus dem Flugzeug, schon auf die Toilette. Und siehe da. Es war gar keine Toilette, sondern ein Multifunktionsgerät. Man konnte es auch als Bidet benutzen und als Spray. Außerdem konnte man eine Melodie ertönen lassen, damit andere nicht hören, wie man pinkelt... Dann noch den Wasserdruck bestimmen und entscheiden, ob man eine starke Parfümierung haben möchte oder nicht – fertig ist das Geschäft. An der Wand dann auch eine Gebrauchsanleitung, aber ich hab mich trotzdem zurückgehalten und nicht alles ausprobiert. Sich mit dem Wasser aus der Toilette unten rum absprühen lassen? Ne, danke. Ein ander Mal vielleicht.

Und alles hier ist anders rum. Auf der Rolltreppe: Links stehen, rechts gehen. Man geht grundsätzlich links aneinander vorbei, ich vermute mal verwegen, dass das mit dem Linksverkehr auf den Straßen zu tun hat. Um eine Tür aufzuschliessen dreht man den Schlüssel nach rechts und um abzuschließen anders rum – zum Glück war grade eine Japanerin in der Nähe, als ich zum ersten Mal mein Zimmer betreten wollte, sonst würde ich vermutlich noch heute davor stehen. Man drückt den Wasserhahn nach unten und nicht nach oben, damit das Wasser angeht. Und man darf sich nur abends duschen, zumindest in meiner Luxusherberge. 17 bis 23 Uhr wird sich geduscht, alles klar?

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So

21

Jun

2009

Woher nehme ich eigentlich die Zeit...

... hier noch reinzuschreiben? Vermutlich aus dem Kasten Zeit in dem ich grad nach einer Unterkunft in Tokyo suchen sollte. Ich bin vermutlich zu anspruchsvoll, aber gleich entscheide ich mich für eins, ehrlich. Und hoffentlich für eins, das noch günstiger ist, als die günstigen 60€ pro Nacht, für die ein anderer Seminarteilnehmer sein Haupt auf ein japanisches Kopfkissen betten wird.
Mein Plan für die ersten 3 Wochen sieht also ungefähr folgendermaßen aus:
1. Woche: Orientierungsseminar in der japanischen Hauptstadt. Da lernen wir dann wie man einen Stadtplan für Tokyo liest, nehme ich mal an.
2. und 3. Woche: Sprachkurs in Kyoto. Osaka gegen Kyoto getauscht. So einfach geht das. Werd versuchen eine Nacht in einem Tempel zu übernachten, damit ich morgens am Frühgebet der Mönche teilnehmen kann. (Memo an mich selbst: Früh aufstehen üben)
Ab dem 16. März geht dann der ernsthafte Ernst des Lebens los, auch Praktikum genannt. Immerhin weiß ich jetzt, warum auf dem Foto meines Zimmer
unter der Tischplatte eine Decke liegt. Damit man es warm hat, wenn man sich an eben jenen Tisch kniet. Mittagessen unter einer Bettdecke - die Japaner sind awesome.

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So

21

Jun

2009

OMG!

Ich hab's getan. Einfach so per Mausklick. Am 21.02.2009 fliege ich nach Japan. Awesome over the top! Irgendwie 3 Wochen früher als geplant, aber ich hab mich dann doch entschieden am Orientierungsseminar in Tokyo teilzunehmen.
Und dann flieg ich auch noch mit All Nippon Airways, einer japanischen Fluggesellschaft. Das heisst dann wohl, dass ich die japanischen Stewardessen mit meinen Sprachkenntnissen verblüffen darf. Fiktiver Gesprächsverlauf (natürlich auf japanisch):

Stewardess: "Was möchten Sie essen? Halbgares Huhn oder zerkochtes Rindfleisch?"
Ich: "Ich bin Frau Betz. Ich bin Deutsche."
Stewardess: "Also Rindfleisch?"
Ich: "Ich bin Frau Betz. Ich bin Deutsche."
Stewardess: "Okayyyy, hier also das Rindfleisch. Guten Appetit."
Ich: "Ich bin Frau Betz. Ich bin Deutsche."

3 Wochen. In 3 Wochen bin ich im Land der aufgehenden Sonne. Zum Glück bleibt mir nicht mehr so viel zu organisieren, pfft. Kaum der Rede wert. Ach ja, wenn jemand jemanden in Tokyo kennt, der jemanden kennt, der von jemandem gehört hat, der eventuell preisgünstige Unterkünfte für kurze Zeit vermietet - der darf sich gern bei mir melden.

Hier noch mal ein kleiner Ausschnitt aus dem Wahnsinn, der sich Japan nennt. Ich sag nur: Tintenfisch-Eis.

 

 

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